Surfen auf der Eisbachwelle in München

Diesen Sommer war ich in München. Der Hauptgrund für meinen Besuch war das Musikfestival Rockavaria im Olympiapark in München. Das war natürlich schon mal ein ganz spezielles Erlebnis in München, aber nicht das Einzige. Mein absoluter Lieblingsmoment in München war, als wir den Surfern auf dem Eisbach beim Surfen zugesehen haben.
Eisbachsurfen in München
An einem heißen Sommertag machten wir einen Ausflug zum Eisbach im Englischen Garten, um uns mit eigenen Augen davon zu überzeugen, wie in München, einer Stadt ganz ohne Strand und Meer, gesurft wird. Ich hatte schon viel über das Surfen in München und die Surfer gehört und auch gelesen. Davon, dass man Leuten mit Surfbrettern unter dem Arm in der U-Bahn begegnet und unzählige Surfshops in München finden kann, obwohl die Stadt kilometerweit vom Meer entfernt ist. Ehrlich gesagt, habe ich weder das eine noch das andere gesehen und war auch ein bisschen besorgt, ob an einem Tag unter der Woche am Nachmittag überhaupt Surfer auf der Eisbachwelle unterwegs waren.

Surfer auf der Eisbachwelle
Das Erste, was ich sah, als ich mich dem Münchner Surfspot näherte, waren die vielen Menschen, die auf der Brücke, die über den Bach führte, standen und begeistert Fotos machten. Ich war erleichtert und gespannt, denn das bedeutete, dass an diesem Tag wirklich ein paar Surfer gekommen waren. Ich näherte mich der Welle, suchte mir einen Platz am Ufer und sah staunend zu, was mir dort geboten wurde. Da standen Leute, mit Neoprenanzügen bekleidet und Surfbrettern unter dem Arm, am Ufer des Bachs und warteten, bis sie an der Reihe waren, auf die Welle des Eisbachs zu springen, um so lange zu surfen, bis sie vom Brett fallen sollten und von der Strömung ein Stück den Bach hinuntergetragen wurden. Um sie herum am Ufer und auf der Brücke standen viele Zuschauer, die, genauso begeistert wie ich, Fotos machten und einfach nur das Spektakel genossen.

Das Eisbachsurfen in München ist wirklich ein ganz besonderer Münchner Moment, den man auf jeden Fall einmal erlebt haben sollte. Als Zuschauer versteht sich natürlich, das reicht vollkommen. Obwohl es bestimmt auch ein ganz besonderes Erlebnis ist, selber auf der Eisbachwelle zu surfen.


Die künstliche Welle ist wirklich ein Highlight. Es ist eine tolle Strömungsanlage. Auch der Park ist wunderschön an der Isar.
Es tut weh zu lesen, dass nun jemand in der Eisbach Welle gestorben ist. Mein herzliches Beileid, ein schwerer Schock. Ich könnte mir vorstellen, dass der Fuß mit der Leash den Boden berührt hat und sich die Leash dann irgendwo in Bodennähe verhängt hat. Ich würde Surfen am Eisbach nur noch erlauben mit der Leashes die am Arm oder Handgelenk befestigt werden. In der Regel berührt der Arm nach einem Sturz nicht den Boden, die Gefahr des Verhakens wäre meiner Meinung nach wesentlich verringert, weil in der Regel der Oberkörper im Gegensatz zu den Füssen nicht bis zum Boden abtaucht bei normalen Schwimmbewegungen, wenn man an den Rand schwimmt nach einem Sturz und weil die Leine i.d.R. auch schwimmt. Im Extremfall des Verhakens könnte man eventuell schneller den Klettverschluss öffnen am Arm als am Bein. Das wäre meine dringende Empfehlung für alle stehende Wellensurfer. Bitte teilt meine Idee ich glaube sie kann Leben retten. Nochmal mein herzliches Beileid, ich bin unendlich traurig über den Vorfall. Stay safe everyone!