Camper mieten als Backpacker: Wann es sich lohnt und welche Camper sich besonders eignen

Mit dem Camper durch Neuseeland

Wenn du als Backpacker mit einem Work-and-Travel-Visum nach Australien oder Neuseeland reisen möchtest, wirst du dir irgendwann die Frage stellen, wie du am besten im Land herumkommst. Viele haben das Bild im Kopf, dass sie sich einen netten kleinen Camper kaufen, in dem sie leben und das Land erkunden. Das ist oft tatsächlich eine gute Idee – aber nicht immer. In diesem Beitrag findest du mögliche Hürden und gute Alternativen.

Der Markt für Backpackercamper

Jedes Jahr reisen tausende junge Menschen nach Australien und Neuseeland, um dort ein Jahr lang aus allem auszubrechen und am anderen Ende der Welt Erfahrungen zu sammeln, bevor für die meisten der Ernst des Lebens in der Heimat beginnt. Viele kaufen sich am Anfang ihres Jahres ein Fahrzeug – meist auf einem der bekannten Backpacker Car Markets – und wollen es nach einem Jahr möglichst für einen ähnlichen Preis wieder verkaufen. Der Großteil dieser jungen Leute hat noch nie zuvor ein Auto gekauft. Daraus ergeben sich ein paar Schwierigkeiten für die Käufer*innen.

1. Campervan kaufen und verkaufen

Da Backpacker in der Regel wenig Budget zur Verfügung haben, ist der Markt für Backpacker-Camper eine ganz eigene Blase, in der sehr alte Fahrzeuge untereinander weitergereicht werden, die sich kein Einheimischer kaufen würde. Auch wenn die Preise im Vergleich zu neueren Campern niedrig sind, sind sie aufgrund der Nachfrage oft zu hoch für die Qualität und das Fahrzeugalter.

Die Rechnung, die jeder macht ist folgende: Wenn ich ein Auto nur ein Jahr gefahren bin, kann ich es danach für den gleichen Preis verkaufen, den ich bezahlt habe. Für manche mag das funktionieren. Es ist jedoch logisch, dass nach ein paar Jahren, in denen ein Camper intensiv als Dauerwohnsitz genutzt wurde und mehrmals Australien umrundet hat, sein Wert deutlich gesunken ist. Irgendwer wird das bezahlen.

Entweder trifft es dich, weil du das Fahrzeug zu teuer gekauft hast und es plötzlich dauernd in die Werkstatt muss und richtig Geld kostet, oder es kann dich beim Verkauf erwischen, wenn du feststellst, dass du bei Weitem nicht den Preis erzielst, den du gezahlt hast. Oder du hast Glück und findest jemanden, der keine Ahnung hat und es erwischt den Nächsten.

2. Achtung vor Abzocke

Weil bekannt ist, dass die meisten jungen Backpacker keine Ahnung von Autos haben, tummeln sich auch einige schwarze Schafe auf den Märkten. Manchmal sind sie mit den umliegenden Werkstätten gut vernetzt. Das kann dazu führen, dass du ziemlich über den Tisch gezogen wirst.

3. Zeitpan für den Kauf und Verkauf

Es gibt bestimmte Zeiten, in denen die Nachfrage für Fahrzeuge sehr hoch ist und andere, in denen es schwierig ist, einen Camper zu verkaufen. Für den Kauf planen die meisten etwa eine Woche ein. Dass der Verkauf deutlich länger dauern kann, ist vielen nicht klar. Man sieht immer wieder verzweifelte Backpacker, die noch am Flughafen ihren Camper irgendwie loswerden wollen.

Du solltest also auf jeden Fall viel Zeit haben, um ein gutes Fahrzeug zu finden und noch viel mehr Zeit, um es später zu einem guten Preis wieder zu verkaufen. Daraus ergibt sich sofort, dass sich der Kauf nicht unbedingt lohnt, wenn du nur drei Monate im Land bist.

4. Versicherungen und Reparaturen

Versicherungen und Reparaturen werden oft nicht mit eingerechnet. In Australien und Neuseeland sind die Pflichten, was Versicherungen angeht, nicht so streng geregelt, wie in Deutschland. Trotzdem solltest du dir klarmachen, dass es den finanziellen Ruin bedeuten kann, wenn du eine andere Person in einem Unfall schwer verletzt und diese beispielsweise arbeitsunfähig wird. Bist du nicht ausreichend versichert, musst du für die Kompensation selbst aufkommen.

Nicht allen Backpackern ist bekannt, dass solche Fälle nicht automatisch versichert sind. Eine umfassende Versicherung solltest du mit einkalkulieren. Auch für Reparaturen solltest du noch ein gewisses Polster auf dem Konto haben. Nicht immer geht das Getriebe erst dann kaputt, wenn du schon eine Weile gearbeitet hast.

5. Offizielle Zertifizierung des Campers

In Neuseeland solltest du außerdem darauf achten, ob dein Camper die offizielle Zertifizierung als „Self Contained“ besitzt. Es gibt hier genaue Regeln, was ein Fahrzeug erfüllen muss, um dieses Zertifikat zu bekommen. Und es reicht nicht, dass diese Bedingungen erfüllt sind! Man muss die Zertifizierung auch von der entsprechenden Stelle durchführen lassen. Das ist kein Problem, bedeutet aber, dass die Idee, sich einen unausgebauten Wagen zu kaufen und selbst ein Bett und einen Tisch einzubauen, in Neuseeland nicht unbedingt die beste ist

Trotz all dieser Hürden kann es für dich genau richtig sein, einen Camper zu kaufen. Vielleicht hast du Glück, kaufst von ehrlichen Menschen ein tolles Fahrzeug, vielleicht hast du sogar Ahnung von Autos und kannst unterscheiden, ob in einer Werkstatt dir jemand nur Reifen aufschwatzen will, die er gerade rumliegen hat, oder ob die Reifen wirklich dringend erneuert werden müssen.

Es kann aber auch sein, dass du dein gesamtes Erspartes in ein Fahrzeug investierst, das nach sechs Wochen komplett den Geist aufgibt. Du stehst dann nicht nur ohne Fahrzeug und Geld da, du musst auch noch die Entsorgung zahlen.

Wenn du also nach Alternativen suchst, lies weiter.

Gründe, einen Camper zu mieten statt zu kaufen

Einen Camper muss du nicht kaufen, du kannst ihn auch mieten. Viele denken, dass das sehr teuer ist und deshalb kaufen besser ist. Es gibt aber viele Situationen, in denen du genauer nachdenken solltest. Neben den oben genannten finanziellen Risiken, die ein Kauf mit sich bringt, kann es auch einfach sinnvoller sein, einen Camper zu mieten.

Camper mieten als Backpacker

1. Du bist nicht so lange im Land

Wenn du nur vier Monate oder kürzer im Land bist, solltest du überlegen, ob es sich lohnt, einen Monat für die Organisation rund um den Camperkauf und -verkauf zu verlieren. Wenn du diesen Monat zum arbeiten nutzt, hast du möglicherweise mehr Geld verdient, als du durch einen Kauf zu sparen hoffst.

Kaufen und Verkaufen findet meist in den großen Städten, in denen man ankommt und abfliegt statt. Dort musst du während der Zeit des Kaufs und des Verkaufs eine Unterkunft mieten. Du musst deine Reisetage auf Campermärkten verbringen, statt sie mit schönen Erlebnissen zu füllen. Bei einer sehr langen Zeit im Ausland ist das kein Problem. Je kürzer du allerdings unterwegs bist, umso sinnfreier ist es, zu kaufen.

2. Du willst nur zwischendurch reisen und auch viel arbeiten

Wenn du dir genau überlegst, in welchen Phasen deiner Reise du wirklich einen Camper brauchst, dann wirst du vielleicht feststellen, dass das nur wenige Wochen sind. Die meisten Backpacker finanzieren sich ihr Auslandsjahr durch Jobs. Diese gibt es in den Städten oder auf Farmen.

Wenn du einen Job in einer Stadt annimmst, ist ein Camper nicht gerade die beste Basis. In der Stadt zu campen geht meistens nur auf Campingplätzen. Die sind nicht günstiger als ein Hostel. Oder du musst weiter außerhalb der Stadt einen kostenlosen Platz suchen, was bedeutet, dass du jeden Tag in die Stadt fahren musst. Wenn du das mit dem Camper tust, zahlst du Parkgebühren und riskierst, dass dein Stellplatz am Abend schon belegt ist. Außerdem willst du auch mal duschen. Da ist es meistens einfacher, sich in einer günstigen Backpackerunterkunft einzumieten. Dort lernst du auch direkt andere Leute kennen.

Bei einem Job auf einer Farm brauchst du auch keinen Camper, dort gibt es meistens Unterkünfte, die du günstig nutzen kannst.

Wenn du trotzdem immer mobil sein möchtest, kannst du dir ein Auto kaufen. Der Markt für Autos ist deutlich einfacher mir realistischen Preisvorstellungen, weil sich dort nicht nur Backpacker tummeln.

Für die Phasen, in denen du wirklich einen Roadtrip machen möchtest, ist ein Camper natürlich die einzig wahre Lösung. Wenn du aber nach zwei Monaten Arbeit drei Wochen reisen möchtest, kannst du dir mit deinen neu gewonnenen Freunden zusammen einen Camper mieten. Günstige Mietcamper sind zwar auch nicht frei von Mängeln, wenn aber was kaputt geht, musst du nur deinen Vermieter anrufen und der sagt dir, was zu tun ist.

Durch den Mietvertrag und die Versicherungen ist das finanzielle Risiko klar benannt. Die Kosten sind kalkulierbar und du weißt von Anfang an, ob du dir die Sache leisten kannst. Am Ende des Trips fährst du den Camper auf den Hof des Vermieters und hast keine weiteren Sorgen mehr.

3. Du möchtest am Anfang einen Überblick bekommen

Eine gute und viel zu selten realisierte Idee ist es, die ersten Wochen deines Auslandsjahres zu nutzen, um das Land kennenzulernen und herauszufinden, wo es dir gefällt. Bereite zu Hause deine Bewerbungsunterlagen vor und miete frühzeitig einen Camper für die ersten zwei bis vier Wochen. Wenn du früh buchst, kannst du extrem gute Preise bekommen. Wenn du dann im Land ankommst, musst du dich um nicht viel kümmern. Du holst deinen Mietcamper ab und fährst gemütlich los.

In Neuseeland kannst du dir innerhalb weniger Wochen einen guten Überblick über das Land verschaffen. Wenn du Australien mit dem Camper erkunden möchtest, solltest du dir vorab überlegen, welche Region dich anspricht und dir auch Jobs bietet. Du kannst dir verschiedene Orte anschauen, das Jobangebot dort prüfen, dich an Land und Leute und die Sprache gewöhnen und erstmal richtig ankommen. Überall wo es dir gefällt kannst du deine Bewerbungsunterlagen abgeben. Nach ein paar Wochen gibst du deinen Camper ab und weißt schon, wo es für dich jetzt hingeht. Du hast die allererste Neugier auf das Land gestillt und vielleicht schon Bekanntschaften gemacht.

Übrigens: Wenn du dir nicht alleine einen Camper mieten möchtest, gibt es viele Plattformen und auch Aushänge vor Ort, wo Leute eine Möglichkeit für Camper-Sharing suchen. Wenn du dort einen Platz in deinem Mietcamper anbieten möchtest, findest du schnell Mitfahrer und Gesellschaft und kannst die Kosten auf einen Schlag halbieren

4. Du interessierst dich für Allradcamping in Australien

Viele Backpacker in Australien träumen davon, einige Wochen ihrer Auslandszeit mit einem Allradcamper irgendwo durchs Outback zu fahren, weshalb manche direkt nach einem Allradfahrzeug zum Kauf schauen. Davon ist allerdings eher abzuraten. Ein guter und sicherer Allradcamper kostet in der Anschaffung richtig Geld. Wenn du ein einfaches und günstiges Modell kaufst, bedeutet das weniger Sicherheit, weniger Ausstattung und weniger Zuverlässigkeit.

Aber besonders bei Touren abseits der Straßen kann es dir zum Verhängnis werden, wenn dein Fahrzeug liegen bleibt oder wichtige Ausrüstung fehlt. Wenn du also nur einige Wochen deiner Zeit in Australien mit Allradtouren verbringen möchtest, wäre es sehr zu überlegen, dir ein normales Auto oder einen Camper zu kaufen und für die Allradtouren bei einer darauf spezialisierten Firma einen 4×4-Camper zu mieten.

Mit dem 4x4 Camper durch Australien

Welche Camper eignen sich für Backpacker?

Den besten Kompromiss aus niedrigen Kosten und komfortablem Reisen für Backpacker bieten Hochdachcamper. Diese Camper haben die Größe eines VW-Busses, aber verfügen über ein festes Hochdach. Oft sind sie auf Basis eines Toyota Hiace gebaut. Der Vorteil der Hochdach-Camper ist, dass du im Innenraum stehen kannst und deutlich mehr Stauraum hast, als bei den klassischen Bussen. Das macht den Alltag – z. B. beim Kochen – deutlich leichter. Außerdem bieten einige dieser Modelle bis zu vier Schlafplätze.

Es wird in den meisten Fällen günstiger sein, sich zu viert einen Hochdachcamper zu mieten, als zwei kleine Fahrzeuge mit zwei Schlafplätzen. Im Vergleich zu einem deutlich teureren, größeren Wohnmobil verzichtest du dafür auf dauerhaft aufgebaute Betten und ein richtiges Bad mit Dusche und WC. In Neuseeland solltest du darauf achten, dass dein Camper ein Zertifikat als „Self Contained“ besitzt, wenn du die Möglichkeit haben wisslt, auch außerhalb regulärer Campingplätze zu übernachten.

Wenn du alleine oder maximal zu zweit reist und im Fahrzeug hauptsächlich fahren und schlafen möchtest, aber nicht wirklich wohnen, dann kannst du auf einen einfachen Sleepervan oder Minicamper zurückgreifen. Hierbei handelt es sich eher um größere Autos, wie den Toyota Estima, bei denen du im Heck Matratzen hast und eine kleine Außenküche nutzen kannst.

Geeignete Anbieter von Backpackerfahrzeugen in Australien sind z. B. Camperman, Travellers Autobarn, Jucy. In Neuseeland bieten sich Camper von Barefoot Campers, Travellers Autobarn, Jucy, Happy Campers und Lucky Rentals an.

Alle diese Firmen und Fahrzeuge und noch viele Camper und viele hilfreiche Tipps zum Camper mieten in Neuseeland oder Camper mieten in Australien bekommst du bei der CamperOase. Der deutsche Vermittler kann dir die Fahrzeuge oft zu einem besseren Preis anbieten als der Vermieter selbst. Außerdem beraten dich dort ausschließlich junge Leute, die selbst schon lange in Neuseeland und Australien unterwegs waren. Sie kennen die Fahrzeuge und Firmen und können dich objektiv beraten, welches Fahrzeug am besten zu deinem Reisevorhaben passt und kennen sich zudem damit aus, welche Versicherungen du für die Campermiete brauchst. Auch im Bereich der Allradcamper sind sie sehr erfahren und haben viele tolle Videos zum Camping im Outback auf ihrem Youtube-Kanal.

Fazit

Als Backpacker in Neuseeland oder Australien kann es je nach Reisedauer und deinen ganz persönlichen Plänen besser sein, dir ab und zu einen Camper zu mieten, als das Risiko eines Kaufs einzugehen. Da es eine große Nachfragen nach günstigen Campern gibt, haben sich viele Firmen in diesem Segment gut aufgestellt und es gibt viele verschiedene kompakte und günstige Mietcamper auf dem Markt. Besonders günstig wird es, wenn du dir deinen Camper zusammen mit anderen mietest. Gute Beratung, Reiserouten und viele Tipps zur Reiseplanung bekommst du bei der CamperOase.

Und jetzt viel Spaß bei der Reisplanung!


Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit CamperOase.

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