Streetart in Fanzara – das Urban Art Museum MIAU

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Pin on PinterestEmail this to someone

Streetart in Fanzara – das Urban Art Museum MIAU

Vor ein paar Wochen habe ich von meinem Kurztrip nach Castellón geschrieben. Dabei habe ich auch erwähnt, dass ich einen Tag lang in dem Dorf Fanzara war. Doch was ist so besonders an Fanzara? Ganz einfach, in Fanzara gibt es Streetart. Das Dorf ist nämlich auch als das Urban Art Museum MIAU bekannt.

Das Museum für Urbanart MIAU

Wenn man an Streetart und Urbanart denkt, kommen einem wahrscheinlich vor allem große Städte wie Berlin, Madrid oder New York in den Sinn. Vielleicht auch noch Orte wie Valparaíso etc. Die wenigsten bringen diese Art der Kunst mit einem kleinen 300-Seelendorf in Spanien in Verbindung. Ich auch nicht, bis ich von dem MIAU in der Nähe von Castellón gehört habe. MIAU steht für Museo Inacabado de Arte Urbano und heißt so viel wie: Unfertiges Museum für Urbanart. Unfertig (inacabado), weil immer neue Wandgemälde und sonstige Urbanart hinzukommen und das Museum so ständig wächst.

Streetart in Fanzara

Auf nach Fanzara

Mich fasziniert Streetart und deshalb wollte ich MIAU Fanzara unbedingt besuchen. Fanzara ist ungefähr 35 km von Castellón entfernt. Wir nahmen also zunächst den Bus von Castellón nach Onda. Von dort aus sind es noch etwa 12 km bis nach Fanzara. Leider gibt es nicht wirklich öffentliche Verkehrsmittel in das Dorf, deshalb war unser Plan ein Taxi für die restlichen Kilometer zu nehmen. Ich hatte im Vorfeld einige Telefonnummern für Taxis in Onda aus dem Internet rausgesucht. Als wir vom Bus aus die Nummern anriefen, nahm aber leider keiner ab, bzw. der einzige Taxifahrer, der ans Telefon ging, war krank und konnte nicht arbeiten. Wir entschlossen uns schließlich alles auf uns zukommen zu lassen. In Onda angekommen suchten wir die Touristeninformation, um das Taxiproblem zu lösen. Dummerweise war die montags aber geschlossen und es war nun mal Montag. Wir kamen am Rathaus vorbei, gingen spontan hinein und fragten die Dame am Empfang, wie wir ein Taxi bestellen könnten. Sie überlegte hin und her. Einen Taxistand gab es in Onda nicht. Dann sagte sie jedoch: „Ich habe einen Bekannten, der Taxifahrer ist. Ich gebe euch seine Nummer.“

Mit dem Taxi nach Fanzara

Das fanden wir super und riefen an. Er hatte Zeit und bot an uns für 10 € nach Fanzara zu fahren. Wir nahmen dankend an. Schließlich hatten wir keine andere Wahl und außerdem war das viel billiger als wir es erwartet hatten.

Sein Auto war kein richtiges Taxi, es hatte kein Taxischild auf dem Dach und auch kein Taxameter. Aber er war sehr nett und erzählte uns von Onda, Fanzara und der Umgebung. Er setzte uns in Fanzara ab, das von Orangenbäumen und grünen Hügeln umgeben war. Wir machten mit unserem Fahrer aus, dass wir ihn anrufen würden, damit er uns wieder abholte. Kurz darauf stellten wir mit Schrecken fest, das unsere Handys in dem Dorf keinen Empfang hatten… Saßen wir nun also dort fest?

Fanzara
Das kleine Dorf Fanzara ist von Orangenbäumen und grünen Hügeln umgeben.
Mitagessen in der Bar D’Abajo

Wir gingen zunächst in eine der beiden Bars/Restaurants und aßen zu Mittag. Vorsichtshalber fragten wir den Kellner, ob es normal sei, dass man keinen Empfang hat. Der lachte nur und sagte: „Ja, wenn ihr Orange als Anbieter habt, seid ihr hier in einem Funkloch.“ Er bot uns aber an, dass wir später sein Telefon benutzen konnten, um unseren Fahrer anzurufen.

MIAU Fanzara

Erleichtert und gestärkt machten wir uns also auf den Weg das Urban Art Museum MIAU Fanzara zu erkunden. Wir hatten eine Karte von dem Dorf, auf der die Häuser, mit der Streetart eingezeichnet waren. Auf der Karte waren auch die Streetartkünstler aufgeführt, die für die Kunst verantwortlich waren. Darüber hinaus gab es neben jedem Kunstwerk einen QR-Code, den man scannen konnte, aber da wir keinen Handyempfang hatten, kam das für uns nicht in Frage.

Streetart in Fanzara

Wir schlenderten durch das Dorf und bestaunten die Streetart in Fanzara, die von nationalen und internationalen Künstlern angefertigt worden war.

Schmale Gassen und große Gemälde in Fanzara

Neben großen Wandgemälden, die ganze Fassaden einnehmen, findet man in Fanzara auch kleinere Kunstwerke. Außerdem reicht die Streetart von fröhlichen, bunten Werken bis hin zu düsteren Malereien. Und nicht nur Graffitis und Wandgemälde sind in dem MIAU zu finden, sondern auch Skulpturen und andere Formen von Urbanart.

Großes Graffiti an einer Fassade in Fanzara

Gemälde an einer Fassade in Fanzara MIAU

Bemalte Fassade in Fanzara

Fröhliches Herz in Fanzara

Düstere Urbanart
Neben bunten fröhlichen Graffitis, findet man in Fanzara auch recht düstere Urbanart in Form von Malereien und Skulpturen.
Katze in Fanzara
Getreu dem Namen MIAU dürfen die Katzen in Fanzara natürlich nicht fehlen. Und Katzengraffitis gibt es einige in dem MIAU.

Katzengraffitis in Fanzara

Klein aber fein. Streetart in Fanzara.
Nicht alle Gemälde sind riesige Streetart-Malereien, einige sind ziemlich klein, aber trotzdem vom Feinsten.

Kleine Streetartwerke in MIAU Fanzara

In dem Dorf war übrigens fast niemand auf der Straße. Wir waren die einzigen Touristen an dem Tag. Einige Male sind uns Einwohner des Dorfs über den Weg gelaufen, die uns stets freundlich gegrüßt haben. Einer fragte uns sogar, ob wir eine Karte des Dorfs hätten, um die Streetart zu finden. Als ich das bestätigte, nickte er zufrieden.

Am Ende unserer Tour, die ca. zwei Stunden gedauert hat, gingen wir wieder in die Bar D’Abajo, wo der Kellner uns freundlich lächelnd sein Handy reichte, um unseren Taxifahrer anzurufen. Wenig später wurden wir von ihm abgeholt und er konnte kaum erwarten zu hören, wie es uns in Fanzara gefallen hatte.

Fanzara, die Streetart-Hauptstadt der Welt

Was ich persönlich an Fanzara besonders toll fand, war neben der beeindruckenden Urbanart, die unübliche Umgebung in der sich die Streetart befand. Der Kontrast von Urbanart in dem dörflichen/ländlichen Ambiente war faszinierend.

Ich wage jetzt auch einfach mal zu sagen, dass Fanzara einer der Hotspots für Streetart in Spanien und Eurpoa ist. Vielleicht sogar einer der Hotspots dieser Welt. Ich habe irgendwo schon einmal gehört, dass Fanzara als die Streetart-Hauptstadt der Welt bezeichnet wurde. Wer es nicht glaubt, muss selbst dort hin und für sich sehen, ob es stimmt…

Mehr Bilder aus Fanzara gibt es übrigens auf Instagram.

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Pin on PinterestEmail this to someone
17 Kommentare

Ich freue mich über Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.