Silvester auf der Puerta del Sol in Madrid

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Silverster auf der Puerta del Sol in Madrid, der Kultort für Silvester in Spanien.

Wenn man Silvester in Spanien, bzw. in Madrid verbringt, gehört es irgendwie dazu, um Mitternacht auf der Puerta del Sol zu sein, denn an Silvester ist für die Spanier dieser Platz, im Zentrum ihrer Hauptstadt, der Nabel der Welt. In allen spanischen Wohnzimmern läuft am 31. Dezember der Fernseher und auf allen Kanälen ist das Gleiche zu sehen, ein Silvesterprogramm, das live von der Puerta del Sol gesendet wird.

Silvester auf der Puerta del Sol in Madrid

Also bin ich letztes Jahr auf die Puerta del Sol gegangen, um dort den Jahreswechsel zu erleben. Um ca. 22:30 Uhr war ich bereits da und der halbkreisförmige Platz war schon ziemlich voll. Ich suchte mir ein freies Fleckchen, von dem aus ich eine gute Sicht auf die Uhr an dem Glockenturm des Casa de Correos, dem wohl bekanntesten Gebäude des Platzes, hatte. Dieser Glockenturm mit der Uhr ist nämlich der springende Punkt an Silvester. Alle auf dem Platz und zu Hause vor den Fernsehern warten darauf, dass die Zeiger 12 Uhr anzeigen und die Glocke 12 mal schlägt.

In Spanien ist es Tradition, dass bei jedem Glockenschlag eine Traube gegessen wird. 12 insgesamt, für jeden Monat des neuen Jahres eine. Das soll Glück bringen. Ich muss gestehen, ich hatte keine Trauben dabei. Einmal hatte ich versucht die 12 Trauben synchron mit den Glockenschlägen zu essen und muss sagen, dass ich es nicht geschafft habe. Ich glaube, die Trauben waren zu groß oder ich bin einfach ein zu langsamer Traubenesser. Vielleicht fehlte mir aber auch lediglich die Übung. Jedenfalls hatte ich das Gefühl, dass ich bisher in meinem Leben auch ganz gut ohne die jährliche Dosis an 12 Trauben über die Runden gekommen bin und hatte eben an jenem Silvester auf der Puerta del Sol keine dieser Früchte dabei.

Trauben und Sekt auf der Puerta del Sol

Ganz anders sah das um mich herum aus. Dort packten die Leute bereits geschäftig kleine Tüten mit jeweils 12 Trauben darin aus und hielten sie schon mal bereit. Andere wiederum teilten vorsorglich Plastiksektgläser unter ihren Freunden aus, um später mit dem mitgebrachten Sekt anstoßen zu können. Und das alles, obwohl noch über eine Stunde fehlte.

Auf den Balkons der umstehenden mehrstöckigen Gebäude standen viele Leute, die sich das Spektakel von oben ansahen. Im Inneren der Häuser und auf einigen Dachterrassen konnte man das grelle Licht der Scheinwerfer sehen, die die Live-Fernsehsendungen in das richtige Licht rückten. Hin und wieder ging ein Schreien und Jubeln durch die Menge auf dem Platz und als ich mich umsah, um die Ursache der Aufregung zu entdecken, konnte ich sehen, dass jemand auf einen der Balkons aus dem grellen Licht der Fernsehshows herausgetreten war und heiter der Menge zuwinkte. Hätte ich ein Fernglas dabei gehabt, hätte ich diese Person sicherlich erkannt und festgestellt, dass es sich um jemanden wahnsinnig Wichtigen und Prominenten handelte. Aber so, aus der Ferne zu sehen, war es halt nur irgendjemand, der die Menge unglaublich begeisterte.

Gedränge auf der Puerta del Sol

Mit der Zeit wurde der Platz immer voller und die Leute immer aufgeregter. Ein paar ambulante Händler kamen durch die Masse gelaufen und boten Trauben an, für all die, die sie zu Hause vergessen hatten oder erst auf dem Platz von dem spanischen Brauch erfahren haben. Ich hatte zwar keine Trauben dabei, wollte aber auch wirklich keine, auch nicht in letzter Minute.
Die Puerta del Sol füllte sich immer mehr mit Menschen, die zunehmend ungeduldiger und gespannter wurden. Das Fleckchen auf dem ich stand wurde immer kleiner und um mich herum wurde alles immer enger. Die Minuten bis Mitternacht zogen sich in der kalten Winternacht hin. Auf dem Platz gab es kein Rahmenprogramm für die wartende Menschenmasse, keine Musik, keine Show, nichts. Alle warteten einfach nur darauf, dass die Uhr Mitternacht zeigte und die Glocke schlug.

12 Glockenschläge und 12 Trauben

Und dann war es fast soweit, die letzten Minuten zogen sich hin wie Kaugummi. Ich hoffte nur, dass es still genug sein würde, um die Glocke auch zu hören. Ein aufgeregtes Murmeln ging durch die Menge, hektisch wurden die Trauben in Position gebracht, um sie sofort essen zu können und alle Augen waren angestrengt auf die Uhr gerichtet. Dann endlich sprang der große Zeiger um, die Uhr zeigte 12 Uhr an und die Glocke begann zu schlagen. Mit jedem Glockenschlag aßen die Leute um mich herum eine Traube, dabei lachten sie und amüsierten sich prächtig. Danach fielen sich alle in die Arme, wünschten sich ein gutes neues Jahr und stießen mit Sekt an.
Und dann war alles vorbei. Was blieb waren die leuchtenden Buchstaben über der Uhr des Casa de Correos, die einem ein gutes neues Jahr wünschten.

In allen Wohnzimmern liefen die Fernsehsendungen, die aus den Gebäuden rund um die Puerta del Sol gesendet wurden noch weiter, aber auf dem Platz selber wurde nun nichts mehr geboten.
Die erste Herausforderung in dem neuen Jahr war es dann einen Weg zu finden, den Platz wieder zu verlassen. Angesichts der Menschenmassen war das nicht so einfach und nahm einige Zeit in Anspruch, aber es war machbar.

Trotz der Kälte und des viel zu schnell vorbei gegangenen Augenblicks war es ein spezieller Jahreswechsel und ein tolles Erlebnis an Silvester auf der Puerta del Sol in Madrid live dabei gewesen zu sein. Für alle, die an Silvester in Madrid sind, ein bisschen Geduld und warme Kleidung mitbringen ist das eine tolle Sache. Silvester auf der Puerta del Sol ist in Spanien eben etwas ganz Besonderes.

Und du, warst du an Silvester auch schon mal auf der Puerta del Sol in Madrid? Was ist dein Riutal an Silvester?

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